Cannabinoide

Cannabinoide

Der Begriff „Cannabinoid“ wurde von der Forschergruppe um einen der Entdecker des THC, Dr. Raphael Mechoulam, geprägt. Nach der erstmaligen Isolierung von CBD und THC wurde der Begriff genutzt, um diese Gruppe verwandter Stoffe zu beschreiben. Die Hanfpflanze beinhaltet über 100 verschiedene Cannabinoide, die sogenannten Phytocannabinoide. Darüber hinaus gibt es synthetische (Dronabinol, Nabilon), gereinigte (Nabiximols, CBD) und endogene, d.h. körpereigene Cannabinoide (Anandamid, 2-AG).

THC

Δ⁹-trans-Tetrahydrocannabinol, oder kurz THC, ist wohl das bekannteste Cannabinoid. 1946 entdeckt ist THC maßgeblich für die „typischen“ Effekte von Cannabis. THC wirkt psychotrop und ist dementsprechend hauptverantwortlich für die Psychoaktivität von Cannabis. Vor allem hat es jedoch zahlreiche Wirkungen von potentieller therapeutischer Nutzbarkeit:

In Untersuchungen konnten bisher u. a. die folgenden Wirkungen von THC beobachtet werden:

  • antinozizeptiv, d. h. die Schmerzwahrnehmung günstig beeinflussend
  • positive Effekte bei Migräne/Cluster-Kopfschmerz
  • antiemetisch, z. B. bei Übelkeit aufgrund einer Chemotherapie appetitanregend, u. a. bei HIV/AIDS
  • Reduktion der Agitation bei Morbus Alzheimer
  • Tic-Reduktion bei Patienten mit Tourette-Syndrom
  • dosisabhängig sedierend
  • neuroprotektives Antioxidans
  • unterstützende Wirkung beim Opiat-Entzug
  • u. v. m.